Teppiche

Karl Schaper

Alle Bildteppiche, Gobelins, entstanden in Gemeinschaftsarbeit von Karl und Susanne Schaper. Durch seine Frau Susanne, Meisterin der Handweberei, kam Karl Schaper schon Anfang der 1950er Jahre zur Arbeit am Wandteppich.

Homage à Jean Lurçat und zwei deutsche Staaten

Applikation von Textilien und Postbeuteln auf Leinwand,

Schablonendruck, 340 x 235 cm, 1985/86

 

»1951 hatte Karl Schaper in Paris das Zitat aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry auf einem Gobelin des französischen Künstlers Jean Lurçat gesehen und seither bewahrt, bis es umgedeutet Verwendung in dieser Arbeit fand. Verstärkt noch wird die Melancholie der Aussage durch die Wirkung des unten rechts abrutschenden Wortes Allemagne: Schaper deutet damit einen hoffnungslosen Zustand an. So läßt sich der Begriff Teppich hier nicht nur auf den Gegenstand als solchen anwenden, wenn es sich auch nicht um einen Teppich im ursprünglichen Sinne – etwa in der Technik des Gobelins – handelt, sondern um eine Applikation, ausgeführt mit Assistenz von Susanne Schaper. Teppich meint, so sagt es wörtlich das Zitat, auch den Schauplatz der Gefühle und Empfindungen (»mes souffrances, mes larmes, mon amour«), und – mitgedacht – den Schauplatz politischer und sozialer Geschichte, der Beschädigung unzähliger Biographien.« Henrike Junge-Gent, 1990

 

Die Beschriftung bedeutet auf deutsch:

Erde, Luft,

Wasser, Feuer;

Teppich meiner

Leiden

meiner Tränen,

meiner Liebe

und FRANKREICH

DEUTSCHLAND

 

1986 Gobelin 158 x 148 cm, 1986

Rübenhaufen Gobelin 153 x 225 cm, 1979

Rosenteppich Gobelin, 2003

unda fert nec regitur (Die Welle trägt dich, aber du lenkst sie nicht) Gobelin 173 x 200 cm, 1967. Sammlung Hannoversche Rückversicherungs-AG

 

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